September 2003 In den Dortmunder Ruhrnachrichten stand jetzt unter dem Titel "Trotz Supersommer sind die Feibäder im Minus": "Freibäder werden nie Kosten deckend sein", sagte Michael Weigand vom Bundesverband öffentliche Bäder in Essen. Mit den Besucherzahlen stiegen bei gutem Wetter auch die Kosten für Hilfspersonal, Frischwasser oder die Beregnung der Liegwiesen. Nur Freibäder, die mit "Ehrenamtlichen" arbeiteten, hätte die Chance, in einem Sommer wie diesem Gewinne einzufahren. Sagte Rüdiger Steinmetz, Geschäfts- Führer der Bädergesellschaft Düsseldorf.

Da irrt er jedoch. Am Beispiel Elsebad Schwerte erläutert:
Auch hier kräftig steigende Ausgaben für Wasser, Abwasser, Punpen-Strom, teilzeitbeschäftigte zusätzliche Fachkräfte. Natürlich bleiben, endlich wieder, einige Euros übrig für notwendige Instandhaltungsinvestitionen. Die Weiterexistenz unseres Bürgerbades hängt jedoch auch nur von Zuschüssen ab. Von den 51.130 € Zuschuss der Stadt Schwerte, den 20.452 Euro festem Zuschuss unseres Fördervereins und der Arbeits- Spende von über 120 freiwilligen Helferinnen und Helfern, die, wenn man sie nur mit 12,50 €/Std. wertet, mit 87.500 Euro den entscheidenden Zuschuss der Bürger für "ihr" Bad bedeuten.


März 2003

Die Bäderresolution

Resolution der nordrhein-westfälischen Schwimmvereine zur "Bäder-Problematik"

Schwimmbäder sind öffentliche Sport- und Freizeiteinrichtungen, die Lebensqualität bieten und dem Wohlbefinden der Bürger dienen. Sie sind unverzichtbare Voraussetzung für das Schul- und Vereinsschwimmen. Die Schwimmvereine in NRW leisten einen bedeutenden Beitrag zur allgemeinen und sportlichen Erziehung von Kindern und Jugendlichen.
Mit großer Sorge beobachten die Schwimmvereine in NRW deshalb, dass aufgrund der wachsenden Finanznot der Kommunen in zunehmendem Maße öffentliche Bäder geschlossen werden. In Kenntnis der vielfältigen Überlegungen in den kommunalen Parlamenten fordert der Verbandstag des Schwimmverbandes Nordrhein-Westfalen mit dieser Resolution den Erhalt von Bädern:

  • Bäder haben eine besondere gesellschafts- und sozialpolitische Bedeutung
    Öffentliche Bäder sind Sportstätten für Alle: Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Schülerinnen und Schülern im unverzichtbaren Schulsport, alten und behinderten Menschen wie auch ausländischen Mitbürgern bieten sie sozialverträgliche, kostengünstige und integrative Sport- und Spielmöglichkeiten im Breiten- und im Wettkampfsport. Schwimmvereine organisieren in den Bädern Angebote für das Anfängerschwimmen, für den Gesundheits-, Breiten- und Freizeit- bis hin zum Wettkampfsport und leisten dadurch wertvolle Beiträge zum Sozial- und Freizeitverhalten für die Bevölkerung.
  • Kosten für den Badbetrieb können reduziert werden
    Der Schwimmsport in NRW bietet den Badbetreibern Unterstützung an, um Personal- und Betriebskosten durch Vereinsmitarbeit zu senken. Attraktivitätssteigernde Angebote (Kurse etc.) bringen mehr Besucher/innen in die Bäder.
  • "Vorübergehende Schließungen" sind keine Lösung...
    Die Substanzerhaltung eines geschlossenen Bades erfordert enorme Kosten. Diese verlorenen Investitionen bringen keinerlei Nutzen.
  • ... und Schließungen sind überhaupt keine Lösung
    Bevor ein Bad geschlossen wird, sollte mit allen organisierten Nutzern nach alternativen Lösungen gesucht werden. Als allerletzte Möglichkeit können Bäder in Vereinsregie betrieben werden. Die Schwimmvereine bieten ihre Verhandlungsbereitschaft an.

Der Verbandstag des Schwimmverbandes Nordrhein-Westfalen fordert die kommunalen Badbetreiber auf, bei allen Überlegungen, die sich mit Kostensenkungen bei dem Betrieb oder mit der eventuellen Schließung eines Bades beschäftigen, von Anfang an den organisierten Sport einzubeziehen. Der Schwimmsport wird mithelfen, den Bürgern ein gutes Bäderangebot zu erhalten. Der Schwimmsport wendet sich vor allem gegen vorschnelle Überlegungen Bäder zu schließen.